Herbstkonzert des Orchestervereins Dottikon (OVD) mit dem Oboisten Kurt Meier
Zum
ersten Mal präsentierte der OVD ein Konzertprogramm, das der
Bremgarter Dirigent Gunhard Mattes von Grund auf mit dem Orchester
erarbeitet hatte. Den Unterschied konnte man hören und fühlen.
Am
Wochenende lud der Orchesterverein Dottikon zu seinem Konzert "Virtuose
Oboenklänge". Die Aufführungen - am Samstag in Seon, am
Sonntag in der voll besetzten Kirche Dottikon - wurden diesem Anspruch
vollauf gerecht. Solist das Abends war der Oboist Kurt Meier, Professor
an der Musikhochschule Luzern und international gefragter Solist.
Im
Konzert des böhmischen Komponisten Franz Krommer (1759 -1831)
konnte er seine Virtuosität eindrucksvoll unter Beweis stellen
sowie die lyrischen Passagen berührend gestalten. In den drei
Sätzen mit ihren unterschiedlichen Charakteren, von lebhaft
über fragend bis tänzerisch, brillierte Meier mit
wieselflinken Fingern, aber auch mit herrlichem Ton und tief
empfundener Gestaltung. Das Orchester begleitete aufmerksam und mit
differenzierter Dynamik.
Gassenhauer mit Englischhorn
Das
zweite Solowerk stammte von Anton Reicha (1770-1836), einem weiteren
böhmischen Komponisten, und stellte das Englischhorn ins Zentrum.
Diese Altoboe klingt tiefer als die Oboe und hat einen weicheren Klang.
Die "Szene für Englischhorn" ist eines der wenigen konzertanten
Werke für dieses Instument. Auf eine Einleitung mit mehreren
kurzen Solopassagen folgte ein Rondo mit einem sehr eingängigen
Thema, ein eigentlicher Gassenhauer.
Eingerahmt
wurden die beiden Solostücke von zwei Orchesterwerken. Den Auftakt
bildete die Sinfonia von Mozart: jedoch nicht vom berühmten
Wolfgang Amadeus, sondern von seinem Sohn Franz Xaver. Dieses spritzige
Werk trug der Orchesterverein mit viel Schwung vor.
Zum
Abschluss folgte die Sinfonie Nr. 94 "mit dem Paukenschlag" von Joseph
Haydn. Hier konnte der Orchesterverein Dottikon seine
Qualitäten unter Beweis stellen. Der berühmte "Paukenschlag"
im zweiten Satz kam als aufrüttelnder Knall daher und machte
den Musikern sichtlich Freude. Ein grosses Verdienst kommt dabei dem
neuen Dirigenten Gunhard Mattes zu. Seine Musizierfreude und Sicherheit
strahlte spührbar auf des Orchester aus.
So
befreit hat man den OVD lange nicht mehr spielen hören.
Anhaltender Applaus belohnte den Solisten, den musikalischen Leiter
und die Mitspieler.