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Pressestimmen zu unseren Konzerten

Herbstkonzert 2009: A Night at the Movies I

Gemeinschaftskonzert mit der Musikgesellschaft Dottikon

Grosses Kino in der Provinz

Orchesterverein und Musikgesellschaft brachten ein Stück Filmgeschichte nach Dottikon

Beim ersten gemeinsamen Projekt harmonierten die beiden Klangkörper bestens. Ein hollywoodreifes Konzert ohne Durchhänger zog das zahlreiche Publikum in den Bann.

 

 

 

 

 

Wer in einem kleinen Dorf aufwuchs, der kennt diese eine Regel: Wenn die grosse weite Welt nicht von selbst zu einem kommt, dann muss man sie sich holen gehen. Orchesterverein und Musikgesellschaft Dottikon schafften dies, indem man tief im grossen Fundus bekannter Filmmusik grub. Bläser und Streicher verschmolzen zu einer Einheit und brachten leidenschaftlich Preisgekröntes, Pompöses und – wie es sich für die Liebesdramen gehört – viel Herzschmerz auf die Bühne der Mehrzweckhalle Risi. Grosses Kino in der Provinz. «Als man mich für diesen Job anfragte, wusste ich wirklich nicht, was Dottikon mit Film zu tun haben sollte», sagte Moderator Philipp Portmann. «Hier wohnt nicht ein einziger Star.» Die erste gemeinsame Probe mit den Musikern überzeugte den Kino-Redaktor von Tele M1 und Tele Tell dann aber: «Genau so hat Filmmusik zu tönen.»

Portmann führte mit fundierten und humorvollen Ansagen durch den Abend. Sein grosses Hintergrundwissen zu den einzelnen Stücken liess die Anwesenden schon vor dem ersten Ton in eine fantastische Glamour-Welt eintauchen. Was den ausgefeilten Melodien nicht anzuhören war: «Die meiste Filmmusik entsteht unter enormem Zeitdruck», so Portmann.

Merete Amstrup sorgte für die Glanzpunkte

Zeit, um ihr aufwendiges Vorhaben vorzubereiten, blieb Orchesterverein und Musikgesellschaft indes genug. Dirigent Heinz Binder begann mit seiner Crew schon vor über einem Jahr mit der Planungsarbeit. Dass die Wahl auf bekannte Filmmusik fiel, ist ihm ebenfalls zu verdanken: «Ein kleiner Bubentraum», gab Binder zu.

Kopfzerbrechen bereitete dem engagierten Dirigenten einzig die Stückauswahl. Gleich Hunderte standen zur Debatte. Ins Programm schafften es dann «Gonna fly now» aus Rocky Balboa, die «Winnetou Classics», drei verschiedene Medleys aus «James Bond»-, «Andrew Lloyd Webber»- und «Abba»-Melodien sowie die Titelmusik aus «The Musik Man», «Titanic», «Miss Saigon» und «Pirates of the Caribbean». Für spezielle Glanzpunkte sorgte die Solistin Merete Amstrup. Die in der Schweiz lebende Dänin sang auf betörende Art und Weise «Ich gehöre nur mir» aus der Musicalverfilmung «Elisabeth» sowie die Titelmusik aus «The Power of Love». Den offiziellen Konzertabschluss bot das Stück «Freedom», welches von Mitgliedern der Musikgesellschaft, Janine Huber und Sandro Oldani, eigens für diesen Abend neu arrangiert worden war. Das Publikum mochte die Musiker nach diesem weiteren Höhepunkt noch nicht aus der Pflicht entlassen. So bildete die Titelmusik aus der Comic-Serie «The Pink Panther» eine von drei Zugaben.

Fortsetzung folgt?

Moderator Philipp Portmann blieb am Ende nur noch eines zu sagen: «Wie es sich für richtiges Hollywood gehört, hoffe ich natürlich auf eine Fortsetzung», meinte er augenzwinkernd in die Richtung von Heinz Binder. Melodien seien sicher genügend vorhanden, sagte dieser im Anschluss lachend. Nur sei der betriebene Aufwand nicht zu unterschätzen. Notenblätter für ein solches Vorhaben können in keinem Laden gekauft werden – alles musste in viel Kleinarbeit selbst niedergeschrieben werden. In ein bis zwei Jahren wäre er jedoch bereit, über ein solches Vorhaben zu sprechen.

Der Dirigent spielt auch mit dem Gedanken, das gelungene Experiment der Verschmelzung von Orchester- und Musikverein in eine ganz andere Richtung zu lenken. «Hier möchte ich wirklich keine Grenzen setzen.» Möglich also, dass es bald eine Version «OVD und MGD goes Rock» zu hören gibt.

 

Autor, Foto: Iwa

Wohler Anzeiger, Ausgabe 85, 27.10.2009

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